Das Wandertagebuch zum PCT - Start war am 5. April 2022

Die ersten 600 MeilenDie ersten 600 Meilen


28.-29. April 2020 Pausentag in Wrightwood

Ich genieße jeden Tag so unglaublich intensiv! Fühle mich so dicht am Puls der Natur, so viel Zeit für Gedanken, es ist traumhaft.
Heute der Tag in Wrightwood ist extrem erholsam und mein Körper fühlt sich frisch und dynamisch an. Es ist so herrlich, dieses besondere Leben zu genießen, dass ich erleben darf. Wie es sich anfühlt, das Leben auf dem Trail und wie sich der Luxus einer Dusche in die Erinnerung prägt. Der sehr der Duft von frischem Kaffee die Sinne weckt.
Du leerst deine wenigen Habseligkeiten aus dem Rucksack. Wäschst die Klamotten und kommst aus dem Staunen kaum heraus ob der dreckigen Brühe. Spülst und spülst und spülst....bis nach dem 5 Spülen der Grund der Schüssel wieder zu Tage tritt🙈. Denkst kurz an den Luxus einer Waschmaschine und weiter geht es auf dem nicht vorhanden Waschbrett mit seinem Sound.... rscheschrsch.....

28. April 2022 - Vorbei am 2800 m hohen Wright Mountain und hinunter nach Wrightwood

Der schmale Wanderpfad oben am Kamm entlang bietet wieder einmal besten Ausblick. Der alles überragende Mount Jacinto mit seinem weißen Gipfel bleibt auch hier dauerhaft ein Blickfang.

Nach Norden bricht der gepressete Sand- und Geröllschutt des Gebirgskamms mehrmals steil ab und man sollte eher nicht einen Schritt in die falsche Richtung machen. Auch letzte Schneereste liegen noch da und Eis macht den Pfad ab und zu rutschig.
Am noch immer weiß-bedeckten Gipfel des Mount Wright vorbei erreiche ich am frühen Nachmittag am Inspiration Point die Angeles Crest Road. Hilfsbereite Trailangels bringen uns die 300 Höhenmeter und etwa 8 km hinunter in die Nähe von Wrightwood: Willkommene Stelle zum Übernachten und vor allem Futter-Fassen. Ausserdem habe ich hier wieder mal satt Empfang und kann Bilder schicken.


27. April 2022 - 1500 Höhemeter wieder zurück zur Schneegrenze Richtung Aqua Dulce

Der Nachtplatz etwas über dem Tal lag wunderschön - dennoch war es eine schaurige Nacht: der Lärm ließ mich kaum schlafen. Dennoch komme ich erst um 7 Uhr los - ganz entgegen meiner Gewohnheit, noch vor dem Sonnenaufgang unterwegs zu sein.
Die Anzahl der Bandagen heute offenbart jetzt wohl langsam, wer nach diesen wenigen Hundert Kilometern an die ersten (und vielleicht auch schon letzten) Grenzen seines Gehapparates kommt.
Am heutigen Tag ging es ununterbrochen bergauf, was mit der Menge an Wasser, das man mit sich herum schleppen muß, ganz schön drückt. Aber dafür ist der einsame Nachtplatz wesentlich ruhiger wie vergangene Nacht. Allerdings wird es nach Sonnenuntergang sehr schnell bitterkalt.

Morgen geht es dann wieder bergab nach Wrightwood - dann wieder mit besserem Empfang und Bildern! Der PCT bis hierher war wunderschön. die Eindrücke so zahlreich. Mal mit weiter, endloser Aussicht, mal im Wald oder in einer Schlucht. Die Menschen sind nahezu alle herzlich und kontaktfreudig und es bilden sich immer wieder kleine Wandergemeinschaften, die für wenige Tage gemeinsam laufen. Einige Mitwanderer sind allerdings schon "rausgeflogen". Wer sich hier ernsthaft etwas verdreht oder verstaucht, dem kann leider das komplette Aus drohen.
Abends sitzt man gelegentlich schon mal zusammen, aber viele sind dann doch eher als Einzelperson oder Paar unterwegs und tagsüber für sich. Durch mein frühes Starten bin ich meist vor allen anderen unterwegs.

26. April 2022 - Von Silverwood Lake zur Cajon Junction

Welch Unterschied zur Ruhe in der Wilderness. Die große Überlandautobahn und die Eisenbahn erfüllen das breite Tal mit durchgehendem Verkehrslärm. Trotzdem, der Hamburger bei McDonalds war herrlich!

Kleiner Schwank vom Nachtplatz: Ein junger Mann kam recht spät noch zu dem kleinen Campground. Kaum hatte er sich niedergelassen, wollte eine kleine Klapperschlange in seinen Rucksack. Er sagte, dies sei nun schon die siebte Klapperschlange, die versucht, in oder unter seinen Rucksack zu kriechen. Wir vermuten, es liegt an der Farbe des Rucksacks: Grün!
Die Schlange war wunderschön gezeichnet - ich hoffe, die Bilder bringen das rüber.

24-25. April 2022 - von Big Bear durch die Deep Creek Schlucht hinab zur Mohavewüste bis zum Silverwood-Lake

Die zwei Tage am Big Bear Lake waren sehr erholsam. Früh am 23. April bin ich wieder an der Stelle, an der ich vor zwei Tagen abgeholt worden bin. Der Weg umrundet den ausgetrockneten Baldwin Lake und folgt der Nordseite der Berge über dem Big Bear Lake. Bei der Little Bear Spring schlage ich gegen 17:30 Uhr im dortigen Trail Camp mein Lager auf. Bin richtig gut voran gekommen - der Körper hat die Ruhe der letzten Tage zum Regenerieren genutzt.

Mit weiter steigenden Temperaturen folgt der Weg dem Holcomb Creek. Nach einem kurzen Anstieg auf eine Hochfläche geht es wenig später hinab in die Schlucht. Ein paar Kilometer weiter echselt man aus dieser Schlucht hinüber in die wirklich schluchtige Schlucht des Deep Creek. Hier strömt noch richtig Wasser entlang, wobei der Weg im Hang oberhalb des Talgrundes bleibt.

Mit dem Deep Creek geht es immer weiter bergab. Jede Bergtasche und Felsnase macht der Weg mit, weswegen die Luftlinie deutlich kürzer ist wie der Weg, den ich am Abend hinter mich gebracht habe. Am Zufluss des Willow Creek finde ich wieder einen Nachtplatz mit ebener Fläche und vor allem Wasser in der Nähe.

Empfang gibt es hier unten im Bachtal nicht - das wird wohl erst wieder kommen, wenn ich Richtung Hesperia komme. Aber vorher komme ich noch an den Hot Springs im Deep Creek Tal vorbei - bin gespannt, was mich da erwartet.

Gespannt bin ich auch auf den Hochwasserschutzdamm am Ende des Deep Creek Tals. Der Schutzdamm hält nur schlagartige Hochwasser aus dem Einzugsgebiete des Mojave zurück. Er entleert sich danach binnen weniger Tage wieder vollständig. Der PCT geht wohl über seine Krone.

Notiz am Abend: Es ging weitgehend bergab. Jeder Biegung folgt der Weg im steilen Hang über dem Bach. An den heißen Quellen bin ich vorbei gegangen - da war mir viel zu viel los. Der schmale Pfad führt am Ende richtig spannend durch den Steilhang, dann ist der große Erddamm erreicht, der ja allzu heftige Flutwellen des Mohave River abdämpfen soll. An seinem Fuß vorbei geht es wieder in die Hügel vor dem großen Schwemmland. Ich bin so gut erholt, dass ich die 20,5 Meilen bis zum "Badestrand" am Silverwoodlake gelaufen bin. Die kleine Hütte teile ich mir mit drei Mitwanderern - spart Geld :-)

21. April 2022 - Am Sugarloaf Mountain vorbei bis nach Big Bear Lake

Der letzte Wandertag vor Big Bear (20.4.) war eher ein Rumlungertag. Nachdem ich über den Kamm in den Arrastre Creek eingebogen war, ging es bergab. Die Mittagspause am kleinen Bächlein habe ich verlängert in einen gemütlichen Nachmittag und dann Übernachtung. Nichts ist beruhigender wie das leise Plätscher eines Baches in der Nähe – inklusiv des Gefühls, dass morgen früh kein Mangel an Wasser herrschen wird.

Morgens um vier Uhr ist es dann noch so kalt, dass ich einfach ein Stündchen weiter schlafe.

Den Rest des Weges bis zu Big Bear oberhalb des Baldwin Lake habe ich bequem heute am 21. April hinter mich gebracht. Dank Trail Magic ging es vom PCT (Meile 266) dann sehr schnell per Auto hinunter in die Stadt. Zuvor gab es noch eine traumhaft leckere Banane aus einer prall gefüllten Kühlbox am Wegrand - was so ein entwöhnter Gaumen doch alle schmecken kann!
Hier in Big Bear werde ich zwei Tage in einem flippigen, schönen Hostel in einem Vierbettzimmer übernachten. Geduscht bin ich schon und die Wäsche wird auch bald gewaschen.

Mit Markus aus der Schweiz war ich bereits in der Stadt unterwegs. Sein Handy ist kaputt gegangen und wir haben Ersatz gesucht – gar nicht so einfach. Morgen kann ich dann in aller Ruhe die Stadt erkunden, einkaufen…den Rücken schonen, denn der leidet schon unter der Last des Rucksacks.

Der gemeinsame Abend mit einem Dutzend anderen PCT-Wanderern beim Mexikaner mit superfettem, leckeren Essen bis zum Platzen ist eine der Momente, in denen man sich so richtig in einer verschworenen Gemeinschaft fühlt – und die Sprachbarriere ist nur vermeintlich eine Barriere 😉
Die Vorhersage sagt tatsächlich sogar „hier unten“ am See (2200 m ü.NN) für morgen, Freitag und Samstag Schneeschauer vorher bei -1…+5°C. Aber dann geht es wärmer in die nächste Woche. Von Los Angeles nähert sich ein großes Schauergebiet.


19. April 2022 - Im Mission Creek Tal hinauf in die San Bernadino Berge

Nachdem ich am 18. April noch bis zum breiten, aber weitgehend ausgetrockneten Flußbett des Whitewater-River gelaufen bin, habe ich die ersten beeindruckenden Ausläufer der wüstenhaften San Bernadino Berge bewundert. Was war das ein herrliches Geplantsche und Waschen im kühlen Wasser des kleinen Bachs, der sich da seinen Weg durch das Geschiebe des breiten Flußbetts sucht. Es ist nämlich reichlich warm gewesen gestern. Einen Buckel weiter habe ich dann mein Nachtlager an einer Fluß (also auch hier eher nur ein Rinnsal) im Mission Creek Tal aufgeschlagen.


Früh, noch weit vor Sonnenaufgang, ging es dann am nächsten Tag das enge, steile Tal weiter hinauf. 12 Meilen lang ging es nur bergauf, am Ende des Tals steil und in Serpentinen. 1.500 Meter höher habe ich dann bei inzwischen wieder eisigem Wind und Schneeflecken um mich herum einen guten Nachtplatz gefunden: die verlassene Coon Creek Cabin - ein Lost Place. Die Fenster sind zwar alle eingeschlagen, aber der massive, geräumige Holzbau bietet Schutz vor dem Wind und der Kälte draussen. Ausserdem muß ich mein angeschlagenes Zelt vor zu heftigen Windböen schützen.
Es war ein anstrengender Tag und ich bin froh, schnell in den warmen Schlafsack schlüpfen zu können.

Nachtrag: Der Wind ist zum Teil so heftig, dass es auf dem Zwei-Fuß-breiten Weg zum Teil echt gefährlich ist. Und dazu kommen auch hier in den San Bernadino Bergen wieder zahlose umgestürzte Bäume, die mühselig umgangen werden müssen. So kommt man auf keinen so guten Tagesschnitt - derzeit liege ich bei 28...29 km pro Tag.

14. - 18. April Vom San Jacinto Gipfelbereich bis hinunter in die Eben von Palm Springs

In der Nacht hat der Wind so sehr am Zelt gezerrt, dass leider die Aussenhaut an einer Verstärkungsstelle bereits gerissen ist. Dabei soll das teure, ultraleichte Material besonders reißfest sein. So ein Mißgeschick ist natürlich verdammt früh auf so einer langen Wanderung. Hoffentlich brauche ich da keinen Ersatz!
Überhaupt kann es ziemlich stürmisch hier im Jacinto-Massiv sein, muß ich feststellen. Und umso höher man kommt, desto kälter werden die Nächte.

Im Aufstieg bin ich zwei Mal recht weit abgestiegen zu einer Quelle. Leider liegen die nicht bequem direkt neben dem Weg, sondern immer etwas unterhalb. Aber dafür ist das frische, klare Wasser ein Quell der Erfrischung und auch eine Gelegenheit, sich mal vom gröbsten des ganzen Trailschmutz zu befreien. Ersetzt zwar keine Dusche, aber immer noch besser wie stetig weiter einzustauben.

An einer der Quellen habe ich einen Kolibri beobachtet. Auch der hatte wohl Durst und holte sich im Schwebeflug, was er als „flüssigen Treib- und Schmierstoff“ für seinen libellenhaften Flug braucht. Zauberhaft, dass so hautnah erleben zu dürfen.

Mein Nachtplatz am Ende des 11. Tages lag dann auch schon in der „Schneegrenze“. Hier hat sich der vergangene Winter noch nicht ganz zurückgezogen. Zwischen den sturmerprobten Kiefern liegen die Schneeflecken noch dicht an dicht. Bei sonnig-warmen Wetter ist Füßebaden im Schnee drin.

Der Morgen des 12. Tages ist dann allerdings verdammt kühl. Auf fast 3.000 m Höhe wird es in der klaren Luft zum Morgengrauen hin sehr kalt. Ich starte immer bereits vor dem Sonnenaufgang, damit ich viel Zeit habe für die Wanderstrecke – und die eine oder andere Pause. Der Sonnenaufgang dicht unter dem 3288 m hohen Gipfel des Mt. Jacinto ist fantastisch. Das gelbe Licht der Sonnenscheibe über dem Horizont spiegelt sich in der geschlossenen Schneedecke. Wäre mir nicht so „scheiße-kalt“, würde ich hier noch länger bleiben und staunen. Aber ich muß mich bewegen, um warm zu bekommen.

Das Laufen auf den Schneeresten ist nicht gerade einfach. Insbesondere in den schattigen Ecken kann es eisig sein und man ist schnell ausgerutscht. Mit dem schweren Gepäck ist das unangenehmer, aber die ersten knapp dreihundert Kilometer Übung auf dem PCT helfen mir hier natürlich sehr.

Im Laufe des Tages wird es immer windiger. Der Weg durch die alpine Landschaft lenkt allerdings erfolgreich von allen Widrigkeiten ab. Es ist einfach gigantisch – im Nahen zwischen den Felsen und knorrigen Kiefern, aber auch die Tief- und Fernblicke auf die Talflächen rund um das Gebirge und bis zur Küste hinüber.

Einmal verlaufe ich mich, denn vor lauter umgestürzten Bäumen ist der Weg nicht mehr zu sehen. Eine halbe Stunde laufe ich hin und her, steige über Baumriesen und Felsen, dann ist der schmale Pfad durch die Bergwildnis wieder gefunden. Hier oben sind nicht viele Tagestouristen unterwegs – zu weit der Aufstieg von dem letzten Parkplatz.

Das die Kiefern hier den Namen „Pondorosa-Kiefer“ haben, ist nicht verwunderlich. Ich fühle mich öfter mal wie in einem klassischen, alten Western. Es fehlen nur noch die Pferde, die hier klappernd zwischen den großen, verwitterten Kiefern über den staubigen Felsenboden laufen.
Die Nacht über baue ich kein Zelt auf, sondern mache Cowboy-Camping. Das Wetter hier in der „San Jacinto Wilderness“ ist famos und kein Regen in Sicht. Der volle Mond ist so hell, dass man fast auch nachts weiterwandern könnte. Aber bei den Schneeverhältnissen auf dem Weg lasse ich das lieber sein.

Nach zwei Tagen im Aufstieg geht es am 16. April hinüber zur langgestreckten Fuller Ridge. Morgens ist die Ebene unter dem Berg gefüllt mit einer dünnen Wolkenschicht, so dass ich über den Wolken im kristallklaren Licht der Morgensonne meine Wanderung beginne. Später am Morgen gibt es dann an einem schönen Plätzchen das Frühstück. Der ständige Wind ist echt lästig.

Ein letztes Mal übernachte ich auf etwa 2800 Höhenmeter, dann geht es am 17.04. am Castle Rock vorbei in den 2400 Meter langen Abstieg. Die zahllosen Serpentinen und steilen Pfadabschnitte gehen mächtig in die Knie. Am Abend des anstrengenden Tages bin ich wieder unten in der weiten Ebene westlich von Palm Springs. Habe ich oben am Jacinto bisweilen heftig gefroren, ist es hier unten wieder brutal warm. Die weite Sandfläche reflektiert die Sonne und lässt einen heftig schwitzen. Ich bin froh, als ich nach zwei Kilometer endlich die Brücke mit Schatten und Wasser erreiche. Hier versorgen Trailangels die PCT-Hiker mit Trinkwasser und kleinen Geschenken wie frische Orangen oder Powerriegel.

Spannend war der Unterschied zwischen der Vegetation oben am Berg und dann weiter unten. Wobei nahezu alle Pflanzen bestens bewehrt sind gegen „Anfassen“. Selbst das Gras ist abwehrend stachelig – die Gaiters, die Wadenschützer sind ein sehr hilfreiches Muß zum Schutz der bloßen Beine.
Am Tag 14 (18. April) stehe ich bereits um 3:30 Uhr auf. Die riesige Windfarm in der breiten Ebene wollte ich so früh wie möglich am Tag hinter mir lassen. Deswegen gibt es auch erst um 7 Uhr Frühstück.

Direkt nach der Ebene geht es hinein in die nächsten Berge. Unter der erbarmungslosen Wüstensonne (ich nutze liebend gerne den Regenschirm mit der reflektierenden Oberseite) ist der vermeintlich breite Strom des Whitewater River nur eine breite Steinwüste. Gewiss kann hier bei einem Unwetter eine große Menge Wasser entlang strömen, aber jetzt, nach Wochen ohne Regen ist der breite Strom ein schmaler Bach….mit herrlich kühlem und frischen Wasser!

Zum Sonnenaufgang sind die Felsen rundum besetzt von kleinen Dinos, die ihren Sonnenplatz mit ausgestreckter Brust und fest auf den Boden gestemmten Beinen zu verteidigen scheinen. Überhaupt ist die ganze sonnenheiße Ebene ein Paradies für kleine und große Echsen. Lustig, wenn sie – husch, husch – durch das Gestrüpp rascheln und einen gelegentlich dabei anschauen, also ob sie fragen wollen: „Willst du hier jetzt wirklich entlang, wo ich gerade bin?!“

Die nächsten Tage werde ich durch die Täler des San Gordino Bergmassiv wandern mit dem Ziel Big Bear Lake. Dort habe ich mir eine Hostel-Nacht gegönnt, um wieder mal alles zu waschen und zu duschen. So dreckig war ich vermutlich noch nie in meinem Leben und es wird Zeit für eine „Generalüberholung“. Aber bis dahin sind es noch etwa 3 Tage.


13. April, Paradise Valley und Aufstieg Richtung Jacinto Peak

Ich habe angefangen, meine Wandertage in meine Trinkflasche zu ritzen. Schon am fünften Wandertag wusste ich nicht mehr genau, der wievielte es waren – wie soll das erst in ein, zwei Monaten gehen 😊
Das relativ angenehme Wetter hat mich heute weit kommen lassen. Ich wusste, bis 15 Uhr musste ich in Paradiese Valley sein, was ich auch locker geschafft habe. Dort mein nächstes „Futterpaket“ übernommen, denn nun geht es einige Tage „in die Wildnis“.
Der Hunger wird merklich größer und nach der ersten Portion schreit der Körper immer noch nach mehr: Trailhunger!
Nach einem kurzen Aufenthalt beim Postamt bin ich dann trotz der 20 Meilen (32 km) in den Beinen doch noch in den Anstieg zum 3288 m hohen Jacinto rein gegangen. Etwa 5 km weiter habe ich dann meinen Nachtplatz an einem großen Felsen gefunden – windgeschützt.



12. April 2022, langsam, aber stetig bergauf Richtung Paradiese Valley

Das etwas trübe und windige Wetter hat das Wandern in der Sonne heute leichter gemacht. Es ging stetig bergauf. Nicht steil, sondern angenehm gleichmäßig. Der Weg windet sich an den Hängen entlang. So herrlich, wenn plötzlich die Meister des Wasserspeicherns aus der Wüste, die Kakteen, in einem Meer aus Blüten stehen - ein Bild, dass in wenigen Wochen abgelöst wird von vertrockneten Pflanzen und staubigen Flächen.

An Mikes`s Place (Thruhiker kennen den Platz von den Beschreibungen der Wanderer, die in den Jahren zuvor hier waren) kann ich 3,5 Liter Wasser nachtanken. Alles gefiltert, denn ich will nicht riskieren, mir etwas zu holen, auch wenn die Tanks ordentlich aussehen. Der Kaffee hat mir den Schwung für den nächsten Anstieg gegeben.

Die Sache mit den Solarmodulen funktioniert bisher richtig gut. Die Sonne scheint und den Tag über kann ich Powerbank, Kamera und Handy laden. Das InReach Satelittengerät hält richtig lang.

Gegen Abend kam das breite Tal vor dem Bergmassiv des San Jacinto Peak (3288 m, 10.834 ft) in Sicht. Langsam geht es hinab, aber ich habe mir einen Platz noch relativ weit oben nahe des Coyote Creek ausgesucht.

Morgen komme ich in Paradise Valley an. Bin gespannt, woher der Name kommt, was da wohl so paradisisch ist. Danach folgt dann ein Anstieg von über 1000 m bis in die buschbestandene Gipfelregion des Jacinto.

11. April, hinauf in Richtung des Bergmassivs des San Jacinto Naturparks

In Warner Springs habe ich mein "Fresspaket" abgeholt. Und wie bei vielen anderen Trailwanderen auch muß ich feststellen, dass es an sich zu viel ist, was ich da die nächsten Tag mit mir herumtragen muß. Die Hiker-Boxen sind prall gefüllt. Sie sind die Tauschbörse der Fernwanderer und enthalten alles, was die einen nicht mehr zu benötigen meinen und sind Schatzkasten für diejenigen, die darin finden, was sie meinen zu brauchen. Viele haben sich hier ans Postamt ihr Versorgungspaket geschickt und tragen nun einige Kilogramm mehr mit sich herum. Allerdings kann man sich hier auch hervorragend mit "American Food" stärken. Nach der Trail-Kocherei ein angenehmer Umstand, das Essen bereits fertig serviert zu bekommen. An diesem Ankerpunkt des Trails treffen sich natürlich viele Hiker und es ist ein buntes Treiben.

Nun geht es in Richtung der Jacinto-Berge, wo es noch immer Reste von Schnee gibt. Das Wetter im Moment ist sehr windig. Die Temperaturen sind deutlich gefallen, ohne dass es kalt wäre. Mal sehen, wie es weiter oben sein wird! Wobei "oben" gerade mal 1800 m sind, aber 800 m über Warner Springs. Nächte können durch die sehr klare Luft jedoch auf dieser Höhe ganz schön kalt werden.

10. April, Richtung Warner Springs

Heute Morgen ist mir ein blödes Mißgeschick passiert: die Flasche mit dem halben Liter Wasser für das Zähneputzen und das Gesicht waschen habe ich aufgemacht und dann stehen lassen. Momente später hatte ich eine große Pfütze im Zelt: die Flasche war unbemerkt umgefallen. So hatte ich dann Gelegenheit, den Staub im Zelt hinaus zu spülen.
Frühstück gibt es erst später, wenn die Sonne höher gestiegen ist.

Nach einer Pause in einer kleinen, schattigen Höhle mit Nüssen zum Frühstück geht es weiter. Die erste Schlange des Tages hat meinen Weg gekreuzt und allenthalben gibt es die Mojave Ground Eichhörnchen, die lustig mit ihrem kurzen Schwanz wedeln, wenn sie einem gewahr werden. Da es hier keine hohen Bäume gibt, lohnt sich der buschige Schwanz der europäischen Weichhörnchen mit ihren Kletterkünsten hier nicht. Wäre vielleicht auch zu warm am Tag.

Unglaublich, aber der Trailangle vom ersten Tag, Cat, hat auch hier, mitten in der Wildnis, ein Geschenk für die Wanderer aufgebaut: Es gibt frisches Obst! Wie herrlich bei dem warmen Wetter.
Die Bäche, Flüsse und Seen sind auf der Karte nicht umsonst gestrichelt eingezeichnet. Viele von Ihnen fließen wohl nur, wenn es gerade mal heftig geregnet hat. Die Wasserversorgung ist jedenfalls nicht ganz einfach.

In Gedanken versunken laufe ich durch diese Landschaft. Sie kommen einfach und ich denke eine zeitlang über das eine, dann kommt wieder etwas anderes empor und die Gedanken wandern wie ich selbst. Irgendwann übernimmt der Körper die Bewegung ja auch fast automatisch - so bleibt einem viel Zeit, zu sich selbst zu kommen.

Im schattigeren Tal des San Ysidro Creek finde ich gegen 18 Uhr meinen nächsten Nachtplatz.

9. April 2022 Julian, Scissors Crossing und weiter

Nach der Nacht auf der Veranda habe ich morgens noch vor dem Aufwachen des kleinen Städtchens einen Spaziergang gemacht. Der Rücktransport zur Wegkreuzung Scissors Crossing (immerhin etwa 25 km) passiert erst später. Der Ort ist voller Touristen und Wanderer, ansonsten aber sehr beschaulich. Hab mir natürlich einen neuen Löffel gekauft 😊.

Um acht Uhr stehen wir wieder am Pacific Crest Trail und es geht hinauf ins Gebirge. In zahllosen Schleifen folgt der Weg der ausgewaschenen Bergflanke. Es ist verdammt heiß in der Sonne, was selbst die Eidechsen (neben den kleinen "normalen" gibt es auch die größeren Fransenzehen-Eidechsen) in den Schatten treibt. Auch wird es hier auf 3500-3600 Fuß (ca. 1200 Höhenmeter) wieder immer karger und die Büsche kleiner. Aber dafür hat man umso mehr Aussicht.

Zum Glück geht der Wind - die warme Luft steigt hier auf der Westseite des Gebirgskamms auf und bringt etwas Kühlung. Gegen halb Sieben erreiche ich meinen Nachtplatz mitten in der Wildnis. Inzwischen vergesse ich schon meistens, dass neben den Schlangen und Echsen hier auch (giftige) Skorpione leben.

08. April 2022 Nach Scissors Crossing, Nacht in Julian

Eine Meile Umweg habe ich gemacht, um am Sunrise-Trailhead an einer Stelle zu übernachten, an der es auch Wasser gibt.

Entlang der Flanken der letzten Ausläufer des Mount Laguna Gebirgsstock geht es weiter nach Norden und schließlich hinab nach Scissors Crossing. Hier treffen an der Kreuzung zwei Überlandstrasse und der Pacific Crest Trail zusammen. Die weite Ebene erlaubt einen flotten Schritt.

Per Trampen erspare ich mir die 20 km nach Julian. Hier bekomme ich einen neuen Löffel...und übernachte mit 10 anderen Hikern auf der Veranda einer Kneipe. Überhaupt ist der Ort voller Touristen und Wanderer - Wahnsinn!

07. April - Vorbei an Mount Laguna


Mist, habe meinen Löffel verloren…oder er hat Flügel bekommen 😊 Hoffen wir mal, dass ich irgendwo vor der echten Wildnis noch einen bekomme!

Es sind eine Unmenge Leute auf dem Weg unterwegs – klar, wir sind ja alle noch am völligen Anfang der Tour. Gestern Abend lag ich eigentlich schon fast alleine, nur ein älterer Herr noch, auf dem kleinen Platz am (natürlich ausgetrockneten) Thunder Valley Creek. Doch dann kam noch eine Horde von fünf weitere Wanderer. Herrje, was ein Radau und Geschnatter – aber klar, die wollten auch noch Zelt aufbauen und Abendessen machen.

Ich habe Cowboy-Camping gemacht – so minimalistisch ist das, dass ich heute Morgen kurz nach Fünf und nur 10 Minuten nach dem Aufwachen schon unterwegs war. Schnell weg, bevor die anderen dann aufwachen. Und vor allem die Kühle der vergehenden Nacht ausnutzen für den ersten Anstieg.
Nachdem ich gestern unter der Interstate 54 hindurch in die Laguna Mountains eingetreten bin, will ich heute am 2050 Meter hohen Mt. Laguna vorbei wandern. Mal sehen, was es in der kleinen Ansiedlung unterhalb der Gipfel-Sternwarte zu sehen gibt (und hoffentlich ein Kaffee für mich). Ausserdem soll es einen tollen Blick auf die Wüste von da oben geben.

Juhu, ich habe meinen Trailnamen bekommen: HAPPY!. Zwei Wanderer, Tiger und Marble, meinten, dass ich der fröhlichste Mensch sei, den sie je auf ihren Wanderungen getroffen hätten.
Die beiden sind gaaaanz langsam unterwegs und wollen auch nicht bis an Ende des PCT kommen, sondern in Julian deutsche Freunde treffen.

Vor dem Kaffee zusammen mit den Beiden  waren wir in einem Laden einkaufen Wir waren uns alle drei einig, dass der Verkäufer wohl eher nicht das wilde Volk der Hiker mag. Er war ziemlich unfreundlich. Mt. Laguna ist ein beliebter Ausflugspunkt für Autowanderer und Wochenend-Ausflügler.

Am Dessert View gab es einen wunderbarer Aussichtpunkt….mehr dazu später, wenn ich Empfang habe! Das wird die nächsten Tager rar werden!

5. April - der Trail beginnt jetzt richtig ;-)

Fünf Uhr morgens und ich kann nicht mehr länger liegen bleiben. Noch ist es total dunkel. Das Zelt ist schon halb abgebaut. Es ist total nass von der Feuchtigkeit des naheliegenden Bachs. Meine Finger sind etwas steif von der Kälte, aber in der Sonne wird es nachher schnell warm werden. Dann wird auch das Zelt getrocknet – Frühstückspause gibt es dann auch erst.
Von dem ersten Schritt an ist der PCT für mich total spannend und aufregend. Die ganze Pflanzenwelt ist so anders wie von zu Hause gewohnt. Palmen, Buschgruppen und einsame Blüteninseln in der kahlen Sandsteinlandschaft habe ich ja bereits gestern gesehen.
Im Moment ist neben mir ein Canyon, den ich im Licht meiner Stirnlampe kaum erkenne. Spannend auch der Weg selbst im Dunkel durch diese Felsenlandschaft, über mir das Sternenzelt, klar und hell.
Wasser dürfte ich genug dabeihaben – und bei Meile 17 gibt es ein Wasser-Cache. Allerdings habe ich schon Respekt vor den angekündigten 32°C in der schattenlosen Gegend hier.

Ich bin so froh über den Regenschirm mit seiner silbernen Oberseite. Es ist ganz schön heiß hier in den staubigen Hügeln über den flachen Tälern. Die Büsche bieten nur Schatten vor der Sonne, wenn man sich hinsetzt. Doch ich bin vor allem eines: glücklich und dankbar, dass ich jetzt die ersten Schritte auf meiner Wanderung machen darf. Und es gibt so viel zu sehen, zu riechen und zu hören. Denn überall rascheln Eidechsen, Mini-Leguane und Bart-Agamen mit ihren furchterregenden Stachelköpfen, die aber nur Show sind.

Es ist zwar inzwischen das dritte Jahr in Folge mit zu wenig Niederschlag im Winter, aber noch ist das Frühjahr jung und alles blüht und grünt herrlich in dieser Wüstenlandschaft. Die ersten Trailbekanntschaften sind schon gemacht. Eine Mitwanderin aus Deutschland habe ich überholt – ich werde sie gewiss wiedersehen.
Mittags habe ich eine kurze Pause gemacht und Zelt und Schlafsack getrocknet. Ausserdem habe ich ein kurzes Powernapping gemacht. Da ich früh gestartet bin, hatte ich die Zeit dafür.
Neben den spannenden Echsen war ein weiteres Highlight der Burger mit großer Portion Pommes: er fängt schon an, der Trail-Hunger! 😊

Gegen 18 Uhr erreiche ich Lake Morena und baue mein Zelt am Wegrand auf. Ich bin schon gespannt, was Morgen bringen wird. Dann geht es in Richtung Einsamkeit in den Jacinto-Bergen.


Sonntag 4. April in Seattle und die ersten Meilen

Ich wache nach fünf sehr gut geschlafenen Stunden erholt um 4:30 Uhr Ortszeit auf. Alle schlafen natürlich noch, so geht es für mich ganz leise nach Nachtdienstmanier ans Auspacken des Gepäckes. Einen Überblick verschaffen und schon mal unnötige Verpackung entfernen.
Das sieht alles gut aus und ich weiß, was es heute zu erledigen gilt: die Geschäfte sind hier auch Sonntag geöffnet.
Nach einem super leckeren Frühstück mit himmlisch gut duftenden, frisch gebackenen Brot ging es zusammen in die Stadt und ich konnte letzte Besorgungen machen. Campinggas Kartuschen, ein paar wasserdichte Überziehandschuhe, die legendären "much potato's" und last but not least eine amerikanische SIM Karte von Telekom.
War etwas aufwendig, alle Apps und ihre für die Reise wichtigen Funktionen zum Laufen zu bringen. Letztendlich hat es aber geklappt und nun funktioniert alles.

Armins kleine Familie

Ich durfte mit Armins Familie einen schönen Abend verbringen und um 21 Uhr ging das Licht aus. Hiker midnight lache ich als Übung für die nächsten 6 Monate. Es stellte sich heraus, dass es eine angekündigte Abschaltung des Strom für eine Stunde sein sollte.
Der Strom blieb allerdings aus und als ich vorhin 4:30 Uhr aufgewacht bin, er ist immer noch aus, hmmmm.
Inzwischen ist es 6:30 und nix mit Strom, kein Kaffee sondern Wasser trinken ;-) auch eine gute Einstimmung :-).
Inzwischen ist es 11 Uhr und der Strom auch wieder da, ein Kaffee getrunken und die Versorgungspakete zum Versand verpackt. Zwei der Futterpäckchen gehen gleich schon mal auf die Reise.
Danach duschen und etwas Ruhe noch genießen. Um 16 Uhr bringt mich Armin nach Campo. Dort ist dann Zeit für ein paar Fotos in Ruhe und danach suche ich mir einen schönen Platz für die erste Nacht :-).
Boahhh.... ganz schön aufgeregt. Von Maja, Yoan und Ant, Armins Familie, habe ich mich heute Morgen schon verabschiedet, sie sind zur Arbeit und in die Kita aufgebrochen.
So jetzt zur Post 📯.....

Am Southern Terminus des PCT

16:30 Uhr und ich stehe am Southern Terminus des PCT. Hinter mir die mexikanische Grenze und vor mir über 4600 km Wanderstrecke. Doch zunächst werde ich nur wenige Kilometer wandern und dann mein Nachtlager einrichten. Morgen beginnt erst wirklich der Trail, aber die staubig-öde Strecke bei Campo wollte ich schon hinter mir haben. Ausserdem ist der Weg zum Lake Morena dann nicht mehr ganz so weit als erste Tagesetappe.

Die ersten Meilen auf dem PCT







3. April Seattle

Ortzeit Deutschland 8:30 und Ortszeit Amerika 23:30. Geschafft! Keine 5 Minuten stand ich draußen vor dem Flughafen an der Straße, da kam mein Bekannter Armin schon angefahren, herzliche Begrüßung, Gepäck ins Auto und los.
So schön, wenn man nach einer langen Anreise so fürsorglich willkommen ist. Leider hat der Rest der Familie schon geschlafen. Es war ja auch sehr spät geworden und auch ich lag bald müde in einem herrlichen Bett. Der pure Luxus wenn ich an die kommenden Monate denke. :-) hach so spannend alles...
Es sind 9 Stunden Unterschied zu Deutschland - gehe ich ins Bett, beginnt in Deutschland der Arbeitsalltag.


2. April 2022 Flug Frankfurt Seattle und weiter nach San Diego.

Nach einem super Frühstück gestaltet sich die Fahrt zum Flughafen kurzweilig. Es ist immer wieder abenteuerlich vom Parkhaus den Weg zum Terminal zu finden. Für mich, die ich meistens mit der Bahn komme, noch einmal mehr.

Es ist schön, sich einmal von den Lieben bringen zu lassen. Schön, sich zum Abschied in die Arme zu schließen. Ach ich werde euch vermissen! So eine lange Zeit weg von Zuhause war ich noch nie zuvor. Es sind ganz gemischte Gefühle, die mich begleiten. Krieg in Europa und die Pandemie auch noch immer nicht vorbei.

Nach dem Abschied kommt die Kontrolle des Visums und Pass. Ich werde gefragt, was ich in den USA vor habe. Ganz stolz erzähle ich der jungen Frau, dass ich den Pacific Crest Trail wandern möchte. Wie lange wollen sie in Amerika bleiben? Oh ich werde schon die 180 Tage brauchen, bin ja nicht mehr die Jüngste :-). Die junge Frau lächelt verständnisvoll und trägt die Zahl ein.
Ich freue mich, dass alles so reibungslos funktioniert, winke noch einmal meinen Lieben und dann rauf mit dem Rucksack auf das Band der Durchleuchtung. Alles fein und weiter zum Gate 46. Dort angekommen ertönt die Durchsage, für Flug blablabla nach Seattle hat sich der Flugsteig geändert, Gate 58. Also Kommando zurück und..... Ach herrjeh, was ist das für ein Durcheinander bei der Kontrolle des Gesundheitsformulars. Zwei Schalter und zig Passagiere die überhaupt kein Formular dabeihaben. So geht das Ausfüllen vor Ort los. So ein Durcheinander und Gedränge, unglaublich und ich war froh, als ich eines meiner doppelten Ausführung abgeben konnte.
Das war Kurzweil-Programm und keine 10 Minuten später wurden wir mit dem Bus zum Flieger gebracht.
Rein und erst mal runterfahren.....puhhhh.... Da sind mir sogleich die Augen für ein Powernapp zugefallen.

Nun freue ich mich auf die Ankunft, 16 Stunden Reisezeit ist ne Menge. Da bleiben selbst jetzt nach Essen und Kaffee einige Stunden übrig die es zu vertreiben gilt.
18:30 und ich warte in Seattle auf den Anschlussflug. Dessen Abflug wird sich leider weiter nach hinten verschieben, so dass ich erst 22:00 in San Diego ankommen werde. Puuuuu ich kann euch sagen, gut wenn ich auf dem Trail bin, der Trubel hier ist nicht so mein Ding.
Ich kann aber durchweg sagen dass ich mit dem Personal hier, egal welche Branche, nur gute Erfahrungen gemacht habe. So darf es gerne weiter gehen :-)






Zitat einer anderen Solo-Wanderin:
"Der PCT hat mich ein ganzes Lebensjahr beschäftigt. Fünf Monate war ich auf dem Trail unterwegs, in den sechs Monaten davor habe ich mich darauf vorbereitet und danach brauchte ich einen Monat, um wieder in das "normale" Leben zurück zu kommen."

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