Meine Vorbereitung auf Island
05.05.2026 Die letzten Wochen waren angefüllt mit Leben und Bewegung. Mein Kreis aus Freunden und Weggefährten wächst stetig, und ich genieße den Austausch sehr. Was früher Teil meines Berufslebens war, führe ich heute aus innerer Überzeugung fort: Als offener, kontaktfreudiger Mensch schätze ich die echte Begegnung – besonders jene, die sich bei einem gemeinsamen Streifzug durch die Natur vertieft und an Weite gewinnt.
Vor allem aber habe ich die Zeit genutzt, um an meiner eigenen Standfestigkeit zu arbeiten. Fast täglich führte mich mein Weg zu Fuß ins Fitnessstudio, um die Ausdauer zu verbessern. Danach die wohlige Wärme der Sauna, bevor es wieder nach Hause ging. Alles mit einem klaren Ziel vor Augen: Damit mich die ersten steilen Anstiege in Island nicht unvorbereitet treffen.
Nach geduldigem Warten war es dann auch bei meinem Gletscherfloh so weit: Die Fahrwerksanhebung wurde geliefert. Eine befreundete Werkstatt, die ihr Handwerk bei Expeditionsmobilen versteht, hat meinem kleinen Geländewagen 30 mm mehr Bodenfreiheit geschenkt. Mit fachmännischer Hand wurde der Wagen so weit wie möglich fit gemacht für die rauen Pisten Islands – bereit für den Schotter und die Unwägbarkeiten des Nordens.
Ein Blick auf die isländischen Webcams verrät mir: Der Winter hat sich zwar zurückgezogen, doch das Frühjahr zögert noch, das Tiefland mit seinem ersten, zarten Grün zu überziehen. Es wird noch einige Wochen dauern, bis das Leben dort oben endgültig aus dem Winterschlaf erwacht. Zeit für mich, hier in der Heimat die letzten Feinheiten vorzubereiten und mich einzustimmen.
Und Zeit, um die gewaltige Explosion der Natur in unseren heimischen Wäldern noch einmal ganz bewusst aufzusaugen. Denn das ist es, was mir im Norden fehlen wird: Diese majestätischen Kathedralen aus alten Buchen, die uns Wanderer daran erinnern, wie klein und endlich wir doch sind. In Island tauscht man das schützende Blätterdach gegen eine Landschaft, die in all ihren Falten, Schrunden und Wölbungen offen daliegt – kahl, kantig und unverhüllt. Dort sind es oft nur die dicken, weichen Moospolster, die das alte, dunkle Lavagestein in eine sanfte, fast unwirkliche Feenwelt verwandeln.
20.04.2026 Es soll nicht so weit kommen, dass ich sie brauche. Aber wenn ich doch mal wider Willen im Schlamm stecken bleibe, ein Loch tiefer ist wie gedacht oder sonst etwas passiert, dann habe ich diese beiden Anfahrhilfen dabei. Ausserdem kann ich sie auch dazu nutzen, den Wagen auszunivillieren, wenn es zum Schlafen zu schräg sein sollte.

15.04.2026 Damit der Innenraum nicht zu voll ist in meinem Mikrowohnmobil, muss das ein oder andere nach draussen. Dafür habe ich mir einen leichten und stabilen Dachgepäckträger über Kleinanzeigen besorgt. Nun noch an meinen Dachträgern befestigen und wieder ein Schritt näher meinem Abenteuer Island Intensiv!
November/Dezember/Januar 2025/26
Während viele im Winter eher ihre Aktivitäten herunterfahren, bereite ich mich intensiv auf die kommenden Herausforderungen vor. Und das nicht nur, weil ich schon jenseits der 60 bin, sondern vor allem, um mit möglichst viel Leichtigkeit und Unbeschwertheit die zahlreich geplanten Wanderungen genießen zu können.
Mein Rolling Home, mein agiler Panda 4x4, wird von einer befreundeten Werkstatt so weit wie möglich fit gemacht für den Plan, auch viel abseits der Ringstrasse auf Schotterstrecken unterwegs zu sein. Der kleine Wagen hat keine allzu große Bodenfreiheit (allerdings mit einem Bausatz noch um etliche Millimeter nach oben gehoben) und so schützt ein zusätzlicher Unterbodenschutz. Auch das Dachgepäcktträger-System wird soweit aufgerüstet, dass der Reservereifen oben drauf passt – ich brauche Stauraum für tagelanges Unterwegssein und am tiefsten Punkt, dem Radkasten, wird mein "Kühlschrank" sein. Auch die Stromversorgung für Handy, fliegende Kamera und Laptop muss sichergestellt werden und der Kocher für warmes Essen und den heißen Kaffee morgens darf nicht fehlen.
Allzu große Gedanken mache ich mir allerdings nicht (mehr). Die sehr großen Wanderungen in den letzten Jahren haben mich gelehrt, dass Weniger mehr ist und dass Vieles von dem, was man meint zu benötigen, doch nicht so wichtig ist.
Denke ich zurück an meine ersten Fernreisen als junge Frau, zum Beispiel nach Südafrika, dann ist heute im Vergleich die Planung einer solchen Reise erheblich einfacher geworden. Das Internet bringt eine Fülle an Informationen und die zahlreichen Filme auf Youtube vermitteln einem einen guten Eindruck, was Island alles zu bieten hat. Doch mit so viel Zeit zur Verfügung möchte ich natürlich auch die Stellen erkunden, die in keinem Hochglanzprospekt oder eine der zahllosen „10-Must-See-Sehenswürdigkeiten“-Listen stehen. Und das macht die Planung dann kniffliger….und so spannend, dass mir dabei täglich die Vorfreude auf „Island intensiv 2026“ das Herz schneller schlagen lässt.